Was ist die SVS und wer muss dabei sein?
Die Sozialversicherung der Selbständigen (SVS) ist für Selbstständige das, was für Angestellte die ÖGK plus Pensionskasse ist — nur in einem Paket. Mit deiner Gewerbeanmeldung wirst du automatisch gemeldet und bist pflichtversichert. Du musst dich also um die Anmeldung selbst nicht extra kümmern — nur die Beiträge solltest du verstehen.
Was kostet die SVS 2026?
- Beitragssatz gesamt
- ca. 26,8 %
- vom Gewinn: 18,5 % Pension + 6,8 % Kranken + 1,53 % Vorsorge
- Mindestbeitrag
- ca. 161 €/Monat
- bei Mindestbeitragsgrundlage 551,10 €/Monat
- Unfallversicherung
- 155,40 €/Jahr
- Fixbetrag, unabhängig vom Gewinn
- Versicherungsgrenze
- 6.613,20 €/Jahr
- relevant für Neue Selbständige & Ausnahmen
Am Anfang zahlst du fast immer den Mindestbeitrag von rund 161 € im Monat — zusammen mit der Unfallversicherung rund 175 € monatlich. Erst wenn dein Gewinn über der Mindestgrundlage liegt, steigen die Beiträge mit.[1]
Warum kommt die SVS-Nachzahlung — und wie bleibst du entspannt?
Die SVS kennt deinen Gewinn erst, wenn dein Steuerbescheid da ist — oft ein bis zwei Jahre später. Bis dahin zahlst du vorläufige Beiträge. Dann wird nachgerechnet:
-
Jahr 1–2: Du zahlst vorläufig wenig
Mindestbeiträge, solange dein echter Gewinn noch nicht feststeht. -
Steuerbescheid kommt
Die SVS erfährt deinen echten Gewinn und berechnet die endgültigen Beiträge. -
Nachbemessung
War dein Gewinn höher als die vorläufige Grundlage, zahlst du die Differenz nach — auf Wunsch auch in Raten.
Die 30-%-Regel
Was bekommst du für dein Geld?
- Krankenversicherung — Arzt, Spital, Medikamente, auch für Vorsorgeuntersuchungen. Mit e-card wie alle anderen.
- Krankengeld — Unterstützung, wenn du länger krank bist und nicht arbeiten kannst.
- Pension — jedes versicherte Jahr zählt. Schwarzarbeit zählt nicht: null Pension.
- Unfallversicherung — Schutz bei Arbeitsunfällen, inklusive Rehabilitation.
- Selbständigenvorsorge — 1,53 % fließen in eine Vorsorgekasse, wie eine Abfertigung.
Das ist der eigentliche Punkt: Legal arbeiten heißt versichert sein. Warum sich das gerade in der Reinigung auszahlt, liest du unter Legal als Reinigungskraft arbeiten.
Kann ich SVS-Beiträge senken oder pausieren?
- Ruhendmeldung: Wenn du längere Zeit nicht arbeitest (z. B. Sommerpause, Krankheit), kannst du dein Gewerbe ruhend melden — dann pausieren auch die SVS-Beiträge.
- Kleinstunternehmer-Ausnahme: Bei Umsatz unter 55.000 € und Gewinn unter 6.613,20 € pro Jahr kannst du die Ausnahme von Kranken- und Pensionsversicherung beantragen — etwa, wenn du in den letzten fünf Jahren höchstens zwölf Monate GSVG-versichert warst, oder im Pensionsalter. Dann bleibt nur die Unfallversicherung mit 12,95 € im Monat. Vorsicht: Krankenversicherung und Pensionszeiten aus deiner Selbstständigkeit fehlen dir dann — sinnvoll meist nur, wenn du ohnehin versichert bist, etwa über eine Anstellung oder Pension.[2][3] Alle Details und der Antrag: SVS-Befreiung für Kleinstunternehmer.
- Beiträge sind Betriebsausgaben: Alles, was du an die SVS zahlst, senkt deinen steuerpflichtigen Gewinn.
Wie behältst du das alles im Griff?
bop zeigt dir jeden Monat, wie viel du für SVS und Steuern zur Seite legen solltest, erinnert dich an Fristen und erklärt dir jeden SVS-Brief in deiner Sprache. Den Gesamtüberblick zur Gründung findest du im Ratgeber Selbstständig machen in Österreich, die Steuer-Basics unter Kleinunternehmerregelung.